Stellungnahme "Künftige Qualität der Informatik-Lehre"

Die Fachschaftsvertretung zeigt sich besorgt über die Qualität der Lehre angesichts vermeidbarer Verzögerungen in Berufungsverfahren durch die Universitätsverwaltung und scheiternder Rufabwehr.

Mit dem Weggang von Prof. Dr. Olaf Landsiedel und der Pensionierung von Prof. Dr. Michael Hanus wird die Informatik in Kiel in Kürze zwei exzellente Wissenschaftler*innen und exzellente Lehrende verlieren. Beide Professoren haben jeweils ein wichtiges und eigenständiges Forschungsfeld bearbeitet, welches nun in Kiel nicht mehr so stark vertreten sein wird. Diese Fluktuation im Lehrkörper gehört natürlich zum Hochschulbetrieb und trägt dazu bei, neue Talente an die Universitäten zu bringen.

Dafür ist es aber unerlässlich, freiwerdende Stellen zügig nachzubesetzen. Das hierfür notwendige Berufungsverfahren ist natürlich aufwändig, um sicherzustellen, dass die bestmöglichen Lehrenden und Forschenden an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel kommen. Leider scheint die Universitätsverwaltung aktuell solche Berufungsverfahren in der Informatik über das notwendige Maß hinaus zu verzögern. Dies zeigt sich daran, dass es scheinbar in letzter Zeit nicht mehr möglich ist, die Nachfolge einer Professur zu besetzen, bevor der*die bisherige Amtsinhaber*in in den Ruhestand geht. Für die Nachfolge der Professur von Prof. Dr. Koch wurde, ausweislich der Website der Universität erst zwei Wochen bevor Prof. Koch in Ruhestand trat, ein erster Ruf ausgesprochen. Die Nachfolge für Prof. Hanus wurde erst einige Wochen nach der letzten Vorlesung von Prof. Hanus ausgeschrieben. Diese Verzögerungen entstehen nicht in der jeweils zuständigen Berufungskommission, sondern in der zentralen Verwaltung.

Durch diese Verzögerungen bleiben Stellen länger unbesetzt, als es notwendig wäre. Dies wirkt sich auch unmittelbar auf die Qualität der Lehre aus, da wichtige Facetten der Informatik in Kiel nicht angeboten werden, und allerhöchstens über Kooperationsverträge an anderen Hochschulen belegt werden können.

Dazu kommt, dass die Universität durch scheiternde Rufabwehr zu weiteren Berufungsverfahren gezwungen ist. Hierbei verliert die Universität nicht nur qualifiziertes Personal, sondern auch diese Stellen bleiben über eine lange Zeit unbesetzt.

Wir fordern daher, dass Berufungsverfahren in der zentralen Verwaltung zügiger bearbeitet werden müssen, insbesondere müssen Stellen, die durch Abwerbungen oder Pensionierung frei werden, zügig nachbesetzt werden. Notfalls muss eine Vertretung angestellt werden. Außerdem fordern wir, dass mehr Mittel für die Rufabwehr bereitgestellt werden, um exzellente Lehrende auch langfristig an der Universität zu halten.